Tag 11: Die Invasion

Ich war schon den ganzen Tag unruhig gewesen, denn mir waren äußerst erschreckende Informationen zu Ohren gekommen: Angeblich erwarteten die Zweibeiner Besuch von zwei weiteren Vertretern ihrer Art. Das erschreckende daran war nur: Nach allem, was ich verstehen konnte, sollte es sich wohl um sogenannte "Kinder" handeln, was auch immer das bedeuten sollte...

Da ich keine Ahnung hatte, was auf mich zukommen sollte, beschloss ich, sofort Maßnahmen zur Sicherung meiner Essensvorräte zu ergreifen. Mein erster Gedanke war so einfach wie genial: Ich versuchte, den Zugang zur Küche zu blockieren.

Naja. Die Welt war wohl noch nicht reif für meine genialen Ideen - die feindliche Invasion ließ auf sich warten. Zu lange, um die ganze Zeit nur auf dem Boden herum zu liegen. Es mussten andere Maßnahmen getroffen werden, um mein Hab und Gut zu schützen.

Doch für lange Überlegungen blieb keine Zeit mehr - schnelles Handeln war gefragt. Ich entschied mich dafür, wenn nötig auch eine Flucht ins Auge zu fassen - um dann im Ernstfall Verstärkung holen zu können...

Der direkte Weg durch die Tür war versperrt, es blieben also nur die Fenster als Schlupfloch. Fenster Nummer 1 befand sich im Schlafzimmer.

Vorsichtig sah ich mich nach möglichen Verfolgern um...


...der Weg in die Freiheit schien zum Greifen nah...


...doch ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das Fenster war mit einem unzerstörbaren Spezialnetz gesichert - ein Entkommen war ausgeschlossen.


Jetzt hatte ich wirklich ein Problem. Alle anderen Fenster waren verschlossen, und ich hörte bereits unmissverständliche Geräusche aus dem Treppenhaus - das mussten sie sein!

Blitzschnell versteckte ich mich:


Aber es war zu spät - die Zweibeiner hatten mich sofort entdeckt. Überraschenderweise hatten sie es jedoch gar nicht auf mein Futter abgesehen, sondern auf mich persönlich !!! Zu allem Überfluss waren sie auch noch bestens informiert - selbst meinen Namen hatten die Halunken irgendwie herausgefunden...

Glücklicherweise stellten sich meine Vermutungen schnell als Irrtum heraus. Bei den (etwas klein geratenen) Zweibeinern handelte es sich um KATZEN-MASSEURE, die meine Gasteltern wohl extra für mich eingeflogen hatten! Der Tag war gerettet.


Die beiden waren vom Fach, das merkte man gleich. Sie bürsteten und kraulten mich, als hätten sie noch nie in ihrem Leben etwas anderes getan. Es war herrlich! Ich bekam mit, dass die Massage-Profis sogar die Nacht über bleiben wollten - und alles wegen mir!


Da die Massage den ganzen Tag dauerte und es langsam spät geworden war, lud ich die kleinen Zweibeiner ein, die Nacht in meiner Ferienwohnung zu verbringen. Meine Gasteltern hatten anscheinend nichts dagegen, und so schlugen die Massage-Profis ihr Lager im Wohnzimmer auf.

In der Nacht habe dann ich offenbar geschlafwandelt, denn der männliche Vertreter der Zweibein-Masseure berichtete mir später folgendes: Angeblich sei ich mitten in der Nacht zu ihm auf die Schlaf-Couch geklettert, um mich dann eingerollt neben seine Füße zu legen. Wer weiß - vielleicht habe ich von einer Fußmassage geträumt...